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PREISTRÄGERIN 2005 LAURÉATE 2005

Margit Schäfer

1970 geboren in / née à Wadern (Saar)/D 1998-2004 Studium der Freien Kunst, Malerei und Mixed Media an der / Études des Beaux-Arts, Peinture et Mixed Media à Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBKsaar), Saarbrücken/D, bei / auprès de Sigurd Rompza, Arnold Dreyblatt und / et Daniel Hausig 2004 Diplom und Meisterschülerin von / Diplôme, accomplit le Cycle Supérieur réservé aux meilleurs de la promotion, notamment auprès de Daniel Hausig. Lebt und arbeitet in / Vit et travaille à Saarbrücken/D

Kontakt / Contact: margit.schaefer1@gmx.de


Ausstellungen / Expositions

1999 Gemeinschaftsausstellung der Klasse / Exposition collective, promotion Prof. Rompza, Europäisches Informatikzentrum Schloss Dagstuhl, Wadern (Saar)/D 2001 Wassercollage, Installation und / et Performance, Internationale Sanitär- und Heizungsmesse, Frankfurt (Main)/D (mit / avec Caroline Armand); Inszenierte Lichtfotografie, Saarländisches Künstlerhaus Saarbrücken, Saarbrücken/D; Lichtsammler, Performance, Solarmesse Dillingen (Saar)/D (mit / avec Thomas Rößler) 2002 Inventar, Rubenheim (Saar)/D (mit Projektgruppe / avec le group de projet du Prof. Arnold Dreyblatt); sleepers, grauzonen, Foto- und Video-Installationen / Installations photos et vidéos, Fotokina, Köln/D (mit / avec Jutta Schmidt); Saar Ferngas Förderpreis Junge Kunst 2002, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen (Rhein)/D 2003 sleepers, Videoinstallation / Installation vidéo, Stiftung Demokratie, Saarbrücken/D; leitkultur, doublebind, Foto- und Rauminstallationen / Installation photo et spatiale, Pankower Kreuz, Rauminstallation / Installation spatiale (mit / avec Caroline Armand), Galerie Pankow, Berlin/D, 2004 Ariadnes Warten, Alte Baumwollspinnerei, St. Ingbert (Saar)/D; Transgym, Performance, HBKsaar, Saarbrücken/D, Berlin/D (mit / avec Pia Müller); Offenes Magazin, Gustave-Eiffel-Oberschule, Berlin/D (mit Projektgruppe / avec le groupe de projet du Prof. Arnold Dreyblatt); Kunstszene Saar: Im Augenblick, Saarländisches Künstlerhaus Saarbrücken, Saarbrücken/D, und / et Museum Haus Ludwig, Saarlouis/D; Zoom, T-Systems, Saarbrücken/D 2005 Aus der Serie 2, K4 galerie. Galerie für zeitgenössische Kunst, Saarbrücken/D; Terz, Saarländisches Künstlerhaus Saarbrücken, Saarbrücken/D (mit / avec Véronique Verdet und / et Philine Solmann); Zuckerbaby, Aquaworld, Wintringer Kapelle, Kleinblittersdorf (Saar)/D

BEGRÜNDUNG DER JURY

Sehr geehrte Damen und Herren

Wenn ich Ihnen sage, dass die Jury es sich nicht leicht gemacht hat, gestern, bei der Wahl des Robert-Schuman-Preisträgers respektive der Robert-Schuman-Preisträgerin 2005, dann denken Sie bestimmt: Ja, ja das habe ich schon öfter gehört! Als Sie vorhin erfahren haben, dass die Preisträgerin aus Saarbrücken kommt, haben Sie sicher schon gedacht: Ja, ja, wie hätte es in diesem Jahr anders sein können? Und fragen Sie sich nicht vielleicht: Warum bin ich eigentlich hierher gekommen? Hier erfahre ich doch nichts Neues!

Und gerade da irren Sie sich, meine sehr verehrten Damen und Herren. Sie werden in den drei Orten, die hier in Saarbrücken als Ausstellungsraüme gewählt wurden, in der Stadtgalerie, dem Saarländischen Künstlerhaus und der K4 Galerie, künstlerische Arbeiten von hoher Qualität sehen, die die ganze Bandbreite der technischen und plastischen Ausdrucksformen unserer Zeit aufzeigen und sich auf die unterschiedlichste Art und Weise mit der aktuellen Realität auseinandersetzen.

In den intensiven und auch kontroversen Diskussionen der achtköpfigen Jury wurde gestern gesprochen "vom Ansatz einer neuen Historienmalerei", "verführerisch poetischen Videobildern", "unprätentiösen aber tiefsinnigen Blickachsen in eine nächtliche Stadtlandschaft" und "gesellschaftskritischer Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Identifikationsmöglichkeiten". Ich gebe zu, in Abwesenheit der Arbeiten, die diese Aussagen inspiriert haben, mögen die Sätze überspitzt klingen. Eigentlich drücken sie aber aus, dass die Werke vielschichtig und differenziert sind, und dass die Verantwortlichen des Robert Schuman Preises es auch in dieser achten Ausgabe, nicht zuletzt durch die sorgfältige Auswahl engagierter Kuratoren, fertiggebracht haben, eine Ausstellung zusammenzustellen, die dem lebendigen Kunstschaffen in der Region Saar-Lor-Lux -Rheinland- Pfalz gerecht wird.

Nach sechsstündiger Arbeit hat also die Jury gestern entschieden, den Robert Schuman Preis 2005 der Saarbrücker Photo-Künstlerin Margit Schäfer zu verleihen. Margit Schäfer wurde 1970 in Wadern an der Saar geboren und hat freie Kunst, Malerei und Mixed Media an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken studiert. 2004 war sie dann Diplom- und Meisterschülerin von Daniel Hausig. Sie stellt hier in der Stadtgalerie 2 Foto-Installationen aus: "Zehn Leben" und "Vermächtnis".

Es handelt sich bei der letztgenannten Arbeit um fast lebensgroße Portraits der Künstlerin in unterschiedlicher Aufmachung zusammen mit jeweils einem anderen Mann. Einerseits scheint die Künstlerin sich dem Mann in Kleidung und Haltung anzupassen, andererseits ist sie die Akteurin: Sie hat die Initiative zu dieser Gegenüberstellung ergriffen und bestimmt auch, welches Bild davon festgehalten wird, was der Selbstauslöser einer Kamera in ihrer linken Hand beweist. Im selben Raum hängen im Fotoalbenformat nebeneinander jeweils ein Portrait ihrer Mutter, die als junge Frau in einem bürgerlichen Interieur posiert und ein Portrait der Künstlerin in ähnlicher Haltung in demselben, in Zwischenzeit leicht aufgefrischten familiären Interieur.

Die Jury war besonders beeindruckt von dem überzeugenden Zusammenspiel der einfachen fotografischen Technik und der tiefsinnigen, vielschichtigen Aussage. Die Künstlerin konfrontiert den Betrachter mit der Frage: Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Wie reflektiere ich mich in der Gesellschaft? Orientiere ich mich an meinem Partner oder an meiner Mutter? Was ist der Sinn, die Bedeutung meiner Beziehung zum Anderen? Zur gleichen Zeit scheint die Künstlerin auch verschiedene Lebensentwürfe für sich ins Auge zu fassen und sie dem Betrachter vorzuschlagen. Keine andere Arbeit hat die Jurymitglieder so zum Diskutieren und Spekulieren angeregt wie diese. Im Namen der ganzen Jury möchte ich Frau Margit Schäfer herzlich zu ihrer Nominierung gratulieren!

Erlauben Sie mir trotzdem noch drei andere Künstler zu erwähnen, die der Jury besonders aufgefallen sind.

Zwei davon sind in die enge Schlussauswahl gekommen. Es handelt sich um die Brüder Jean und Pierre Villemin aus Metz mit ihren sehr poetischen Videoarbeiten- "Le pont des machines", "La rose d'or", "C'est la nuit qui commence" und "La carte postale"-die hier im Hause ausgestellt sind und um Franziskus Wendels aus Trier, der mit seiner unprätentiösen aber tiefsinnigen Arbeit "Landflucht" im Saarländischen Künstlerhaus für eine positive Überraschung sorgt.

Es war der Jury ausserdem sehr wichtig, einen jungen Künstler besonders hervorzuheben, da er in der Galerie K4 mit seiner sehr frischen Installation dem Licht und der Farbe eine neue Form gibt. Es handelt sich um Sébastien Gouju, der für die Stadt Metz nominiert wurde. Lassen Sie sich überraschen!

Erlauben Sie mir ganz zum Schluss, mich im Namen aller Jurymitglieder sehr herzlich zu bedanken: bei den Künstlern, ohne die es den Robert Schuman Preis gar nicht gäbe und bei den Kuratoren für ihr Engagement und ihre Fachkenntnis in der Auswahl der Künstler. Aber auch bei der Stadt Saarbrücken für den netten Empfang gestern und heute Abend und besonders bei den Verantwortlichen der drei Ausstellungsorte- Frau Sandra Braun, Herrn Ernest Utheman und Herrn Werner Deller- für ihre verständnisvolle, kompetente Aufnahme und Unterstützung der Künstler und dafür, dass sie den Robert Schuman-Preis 2005 durch eine wunderschöne Ausstellung zu einer besonders gelungenen Ausgabe gemacht haben.

Danièle Wagener
Juryvorsitzende

Motivation du choix du jury

Mesdames et Messieurs,
Bonsoir,

Permettez-moi, au lieu de traduire en entier le texte allemand, d'en reprendre les points essentiels et de vous faire part ainsi des réflexions principales du jury qui, composé de huit personnes, s'est réuni hier dans cette même salle pour désigner, après 6 heures de délibération, le lauréat du Prix d'Art Robert Schuman 2005.

Le choix du jury s'est porté sur Margit Schäfer, une artiste-photographe qui est née en 1970 et qui vit et travaille à Sarrebruck. Mme Schäfer a fait des études de Beaux-Arts, Peinture et Mixed Media à la Hochschule der Bildenden Künste Saar à Sarrebruck où elle a accompli un cycle supérieur d'études auprès de l'artiste Daniel Hausig.

Mme Schäfer expose deux installations-photo ici à la Stadtgalerie. Il s'agit d'un ensemble de 10 doubles portraits presque grandeur nature qui la montrent elle, habillée, maquillée et coiffée différemment, en accord avec l'homme qu'elle a choisi comme partenaire. Ce travail est intitulé « Dix vies ». Plus loin, un ensemble de photos intitulé « Legs ». Ces photos semblent extraites d'un album de famille. Elles sont groupées deux par deux : l'une représente la mère de l'artiste photographiée par son mari et posant dans le cadre bourgeois de l'intérieur familial, l'autre, l'artiste elle-même, imitant l'attitude de sa mère dans le même intérieur, légèrement adapté au goût du temps.

Le jury a été frappé à la fois par la simplicité et la sincérité de ce travail et par sa profondeur. L'artiste s'interroge sur son identité et sur ses projets d'avenir : Qui suis-je ? Qui serai-je ? Qui est mon modèle ? Quelle orientation vais-je donner à ma vie ?

Dans ses photos grand format, elle semble s'adapter à son partenaire, mais en fait elle contrôle tout, de la pose jusqu'à la reproduction de la pose, puisque c'est elle qui tient le câble du déclencheur automatique de son appareil photo. En fait, elle nous interpelle et nous demande de nous poser des questions sur le sens de notre relation avec l'autre.

Les membres du jury félicitent de tout cœur la lauréate pour ce travail réussi et pour le prix.

Le jury tient cependant aussi à mentionner trois autres artistes, dont deux étaient en lice pour le prix jusqu'au tout dernier tour : il s'agit des frères Jean et Pierre Villemin qui, sélectionnés pour la ville de Metz, proposent des vidéo-créations qui invitent le visiteur à les suivre dans une longue dérive poétique. Leurs travaux sont exposés à la Stadtgalerie et s'intitulent « Le pont des machines », « La rose d'or », « C'est la nuit qui commence » et « La carte postale ».

Le deuxième artiste s'appelle Franziskus Wendels Il est nominé pour la ville de Trèves et vit et travaille à Cologne et à Daun dans l'Eifel. Il présente une installation intitulée « Exode rural » qui, en alternant la lumière et l'obscurité dans son espace d'exposition, fait passer le visiteur d'une installation « pauvre » à un paysage urbain aux perspectives généreuses. A découvrir !

Il me reste à mentionner un jeune artiste de 27 ans, Sébastien Gouju, sélectionné pour la ville de Metz, qui dans une installation à la fois très légère et très sensible, réussit, grâce à des projections dans l'espace, de donner une forme à la lumière.

Permettez-moi finalement de remercier de tout cœur et au nom de tous les membres du jury, d'abord les artistes, bien sûr, sans lesquels le Prix d'Art Robert Schuman n'existerait pas, les curateurs ensuite, chargés de la sélection des artistes et de leurs oeuvres, la ville de Sarrebruck qui nous a tous accueillis très gentiment et surtout les responsables des trois maisons qui ont accueilli cette exposition, à savoir Madame Sandra Braun, Monsieur Ernest Utheman et Monsieur Werner Deller. Ils ont, par une présentation très réussie montré que le Prix d'Art Robert Schuman reflète une fois de plus la diversité de l'art vivant qui se pratique dans la Grande Région Sarre-Lor-Lux-Rhénanie-Palatinat.

Danièle Wagener
Présidente du jury

 

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